Wie wählt man einen guten Tee?

Wie wählt man einen guten Tee? Eine wichtige Frage, die beantwortet werden muss. Es gibt so viele Läden, Marken, verschiedene spezialisierte Ketten… Für Anfänger ist es schwierig, sich für eine von vielen Varianten zu entscheiden, insbesondere wenn man niemanden hat, der ein Fachgeschäft empfehlen kann. Im Gegensatz zu anderen Waren ist ein guter Tee nicht zwingend durch den Preis vergleichbar, weil er in der Regel lose verkauft wird und eine Tee-Bezeichnung kein Garant für einheitlich gute Qualität ist. Das heißt, Tee mit der gleichen Bezeichnung kann stark im Preis variieren. So kann man zum Beispiel den Tee „Tie Guan Yin“ sowohl für fünf Euro, doch durchaus auch für 40 Euro pro 100 Gramm kaufen, obwohl der Name des Tees gleich ist. Um zu lernen, wie man einen qualitativ hochwertigen von minderwertigem Tee unterscheidet, muss man sich mit vielen Aspekten auseinandersetzen, die sonst nur Teekennern vertraut sind.

Bei der Wahl eines guten Tees sind die folgenden Kriterien am wichtigsten.

  • Frische: Ein heller, aber dabei nicht strenger (aromatisierter) und feiner Teegeruch sowie die natürliche, nicht zu dunkle oder zu helle Teeblattfarbe. *
  • Natürlichkeit: Das Fehlen jeglicher Zusatzstoffe, Farbstoffe, Geruchsstoffe und Konservierungsstoffe.
  • Ungeteiltes Teeblatt: Kein fragwürdiges Pulver, Pellets oder Staub im Teebeutel.
  • Gleichartigkeit des Naturprodukts: Die Teeblätter haben durchschnittlich die gleiche Größe sowie die gleiche Farbe und Form

* Selbstverständlich gilt dieses Kriterium nicht für Teesorten, die einer längeren Lagerung und einem speziellem Reifeprozess bedürfen; dies sind z. B. Pu-Erh Tees, einige Sorten Oolong, Weißer Tee, Hei Cha sowie einige andere Sorten.

Beim verkosten des Tees sind folgende Kriterien ausschlaggebend.

  • Reiner und natürlicher Geschmack, ohne Zusätze.
  • Starkes, natürliches Aroma beim Aufgießen, welches noch lange in der leeren, heißen Tasse bestehen bleibt.
  • Vielfältigkeit der Geschmacksnoten wie z. Beispiel von Honig, Nüsse, Blumen, Milch, je nach Teesorte.
  • Ausgeprägter Nachgeschmack, der noch lange andauert.
  • Mehrmaliges Aufgießen. Bei der klassischen chinesischen Zubereitung wird der Tee mindestens sechsmal aufgegossen.
  • Verspüren von Entspannung, Energieschüben oder anderen Wirkungen, abhängig von der Teesorte und auch dem individuellen Empfinden.

Unterschiede zwischen frischem und altem Tee.

Allem voran sollte man lernen, frischen von altem Tee und echten Tee von minderwertigem Müll zu unterscheiden. Die Blätter des frischen Tees haben neben einer hellen Farbe und guten Form ein kräftiges Aroma. Zudem ist frischer Tee weich und geradezu lebhaft, wenn man ihn mit den Fingern reibt, er lässt sich gewöhnlich nicht so einfach zerkrümeln. Alter Tee hingegen hat matte, harte Blätter in unterschiedlichen Formen, ist trocken und wird leicht zu Pulver.

Beim Aufgießen gibt frischer Tee schnell sein ausgeprägtes, reines Aroma frei, die Blätter entfalten sich, des Aufguss ist klar. Die am Anfang reine Farbe, die der eines durchleuchteten Nephrits ähnelt, geht in einen gelblichen Farbton über. Frischer Tee hat einen weichen Geschmack. Alter Tee hingegen hat einen milden Geruch, Teeblätter sind gewelkt und der Aufguss ist nicht klar. Frisch aufgebrühter, alter Tee hat einen bräunlichen Farbton. Die Blätter von hochwertigen Tees haben eine eher gezackte Form. Im Gegensatz dazu haben die Blätter eines schlechten Tees keine bestimmte Form. Koffein, ätherische Öle und andere Inhaltsstoffe geben echtem, hochwertigen Tee ein Eigenaroma, was bei schlechtem Tee nicht der Fall ist.

Falls Sie Zweifel an der Qualität des Tees haben, versuchen Sie folgendes: Nehmen Sie eine Prise des zweifelhaften und eine Prise des echten Tees, gießen Sie beide Sorten zweimal auf und lassen Sie diese zwei Teeproben für zehn Minuten ziehen. Danach geben Sie die Teeblätter auf einen weißen Teller mit etwas Wasser und nehmen Sie die Form der Blätter, Blattadern und Einschnitte unter die Lupe. Beim frischen Tee bilden die Blattadern ein helles Bild, das einem Netz ähnlich ist. Die Hauptader geht genau bis in die Spitze des Blattes, seitliche Adern gehen auf zwei Drittel ihrer Länge auseinander, dann biegen sie sich bogenförmig nach oben und schließen sich mit den Adern, die nach oben gehen, zusammen. Die Rückseite des Blattes ist bei einigen Teesorten oft mit einem weißen Flaum bedeckt, Die gezackten Blattränder sind stark ausgeprägt, im unteren Teil des Blattes werden diese Sägezähne seltener. Bei schlechtem Tee sind die Blattadern nicht so deutlich zu sehen, seitliche Adern gehen gewöhnlich direkt bis an den Rand. Die Blattränder sind entweder nicht besonders scharf gezackt oder sie sind zu grob.

Außerdem ist es äußerst wichtig, dass der Preis der Qualität entspricht. Dieses Verhältnis hängt von vielen Faktoren, unter anderem von der Seltenheit und/oder Nachfrage auf dem Markt, von der Anzahl der Zwischenhändler vom Erzeuger bis zum (End-)Verkäufer (besonders im Falle des populären, gepressten Pu-Erhs) sowie von vielen anderen Aspekten ab. Um eine eigene Teebewertungsskala zusammenzustellen, muss man einfach viele Teearten bzw. Teesorten ausprobieren und sich in das Teetrinken vertiefen. Bei weitem nicht alle brauchen es – viele Teegenießer oder „echte Teekenner“, gehen auf solche Einzelheiten nicht ein.

Man sollte sich vor dem Massentee der großen Marken vorsehen.

Es ist natürlich nicht zu bestreiten, dass einige Teemarken besser und einige schlechter sind, im Großen und Ganzen sind alle Massenteemarken von minderwertiger Qualität. Dabei spielt es keine so große Rolle, ob der Tee verpackt ist oder nicht, wobei der abgepackte Tee in der Regel von schlechterer Qualität ist.

Bei der Herstellung des abgepackten Tees benutzt man das minderwertige Blattgut der Sommerernte, welches weniger Nährstoffe enthält. Der Tee wird maschinell geerntet und somit werden Knospen und Blätter nicht sortiert. Damit der einzelneTeestrauch immer und immer wieder neue Ausläufer austreibt, werden die Sträucher fast bis zu den Wurzeln beschnitten und die Plantage ist eigentlich nach einigen Jahren erschöpft. Sowohl die gesamten Teeblätter und dünnen Zweige als auch das Blattgut, das nicht dem Standard des Blättertees entspricht (Abfälle, Staub), werden in die Teefabrik verbracht. Die Erklärung dafür ist einfach: Zerstoßene Teekrümel sehen gleich aus – egal, ob es Knospen, Blätter oder kleine Zweige sind. Und dabei geht es um die großen Teemarken, die sich um ihr eigenes Image sorgen. Wenn sich eine kleinere, wenig bekannte Marke ans Werk macht, kann es zu noch gröberen „vergehen“ bei der Produktion kommen. z. B. durch verdorbene Partien des Rohtees, die zu Dumpingpreisen verkauft werden, oder durch Blattgut, das mit Pestiziden belastet ist. Seinen Siegeszug verdankt abgepackter Tee eigentlich der Werbung und dem anspruchslosen Konsumenten.

Bei losem Tee hingegen kann man sich leicht von der Qualität überzeugen, indem man ihn anschaut, daran riecht und diesen anfasst. Qualitativ hochwertiger Tee sollte unter anderem hell, aromatisch und nicht krümelig sein. Zur Sicherheit kann man noch das Aroma, das direkt nach dem Trinken in der Tasse bleibt austesten. Im Gegensatz dazu ist es besser, den benutzten Teebeutel sofort in den Mülleimer zu werfen, da die Betrachtung des braunen Breies nichts Interessantes ergeben kann.

Wenn es um andere Waren wie z.B. Elektrotechnik, Autos, Bekleidung usw. geht, kann man zweifellos anerkannte Marken kaufen und sich der Qualität dieser Waren sicher sein. Die Situation mit dem Tee ist ganz anders (genauso wie mit jeglichen Lebensmitteln), denn Tee unterliegt nicht den Regeln des Massenmarktes: Je höher das Produktionsvolumen, desto einfacher sind die Qualität und ein günstiger Preis zu kontrollieren. Der Tee, als traditionelles und altertümliches Produkt, erfordert viel Sorgfalt und Geschicklichkeit zarter Hände. Ein qualitativ wirklich hochwertiges Produkt wird von einer geringen Anzahl an Teeherstellern produziert, die sich grundsätzlich in den einzelnen Provinzen und Bezirken in China und Taiwan befinden. Um einwandfreie Qualität der Produktion zu gewährleisten, muss man in jeder Teefabrik einen erfahrenen Tee-Fachmann haben, richtiges Blattgut einkaufen und sich streng an die Regeln der Verarbeitung von Tee halten.

Dementsprechend kann der Massentee nicht von hoher Qualität sein.

  1. Da die Massenteemarken in der Regel für eine breite Zielgruppe bestimmt sind, kann Tee von hoher Qualität kein Massentee sein. Er ist teuer und kann folglich nicht als Rohstoff für den Massenkonsum gebraucht werden.
  2. Die Unternehmen, die Massentee herstellen, kaufen das Blattgut in größeren Mengen – deswegen haben sie keine Möglichkeit, die Qualität von jeder Partie zu kontrollieren.
  3. Da die Mehrheit von Herstellern, die Tee von guter und mittlerer Qualität produzieren, kleine Manufakturen sind, gibt es einfach nicht genügend Tee von hoher Qualität für den Bedarf der Produzenten von Massen-Markentee.
  4. Unternehmen, die diese Massen-Markentees herstellen, verwenden Duftstoffe, Aromen und andere chemische Zusatzstoffe zur Standardisierung von Geschmacksqualitäten und anderer Eigenschaften der Produktlinie. Als Resultat haben wir vom Teeblatt, das sowieso nicht von guter Qualität ist, nur eine schwache Ahnung. Ein deutliches Beispiel dafür sind alle möglichen aromatisierten Tees, deren Benennungen wie z. B. „Aromen des Ostens“, „Champagner Spritzer“ und andere fragwürdige Produktnamen schon für sich selbst sprechen. Selbst die Zusammensetzung ist verdächtig, da nicht nur die Herkunft dieser „herrlichen“ Aromen unbekannt ist, sondern auch die Sorte der Basistees solcher Mischungen. Wirklich vertrauen kann man eigentlich nur den Teesorten, die ihren Originalnamen tragen.
  5. Aufgrund der großen Einkaufsmengen wird Tee meist lange gelagert und ist daher selten echt frisch. Besonders auffällig ist dies bei grünem Tee, der besonders lagerempfindlich ist.
  6. Massentee der Großhersteller ist in der Regel indisch oder ceylonesisch (seltener kenianisch, iranisch oder auch türkisch). Indischer Tee oder Ceylon Tee sind viel simpler und in den meisten Fällen von niedriger Sortenqualität, sogar in Bezug auf den einfachsten chinesischen großblättrigen Tee. Den ersten Teestrauch haben eben Engländer im 19. Jahrhundert von China nach Indien gebracht, wohingegen die chinesische Geschichte der Teeverarbeitung und Herstellung mehr als  2000 Jahre zählt – und das  nur nach den dokumentierten Quellen. Die Versuche in Indien Tee entsprechend der chinesischen Arten anzubauen bzw. herzustellen waren erfolgslos – der Tee hatte kein Aroma. Die Ursachen waren, neben dem Unvermögen, den Tee richtig zu verarbeiten, vor allem die Klimabedingungen.
  7. Massentee ist in der Regel eine Mischung des Blattguts aus verschiedenen Qualitäten und von verschiedenen Herstellern vermischt wird, um um ein standardisiertes Produkt selbst in größten Mengen zu erhalten. Dabei ist Coupage grundsätzlich nicht immer schlecht – im Fall von Massentees ist es sicher so.

Großblättriger loser chinesischer Tee

Nach dem Massentee steht der großblättrige lose chinesische Tee in der hierarchischen Rangordnung für den Massenverbrauch, den die spezialisierten Kaffee-und Teegeschäftsketten und Großhandelsunternehmer in der „HoReCa-Branche“ (Hotel/Restaurant/Café) verkaufen. Dazu kann man auch die Mehrheit von kleineren teuren Tee-Marken, die bei denselben Großhandelsunternehmern einkaufen. Obgleich die Situation in diesem Fall nicht so schlecht ist wie mit dem Tee der Massenmarken, sind dennoch auch hier die Punkte eins, zwei und vier aus den oben beschriebenen Unzulänglichkeiten des Massentees relevant.

Tee-Fachgeschäfte

Eine Ausnahme bilden nur die wenigen Fachgeschäfte, deren Besitzer selbst Tee-Fachleute oder Teekenner sind. Sie kaufen den Tee selbst, indem sie ihn unmittelbar bei den Teeherstellern vor Ort bestellen.
Eben deshalb kann man garantiert wirklich guten Tee nur unmittelbar bei Tee-Experten kaufen.

Gaiwan.de gehört zu diesen wenigen Geschäften, wo man sich solch einen Tee kaufen kann.
  • Tee nur aus den original Anbauregionen. Jeden unserer Tees kaufen wir ausschließlich in den Gebieten, wo er auch angebaut wird. Wenn wir z.B. den Ti Kuan Yin aus der Stadt Anxi verkaufen, bedeutet es, dass er unmittelbar aus dieser Stadt kommt. Und wenn wir einen Pu Erh vom Nannuo Berg, aus dem Dorf Duo Yi, vom Teebauern Si Er verkaufen, wurde dieser von diesem Teebauern auf dem Nannuo-Berg geerntet.
  • Manuelle Sortimentsauswahl und ständige, dynamische Erneuerung der Produktpalette.
  • Gute Logistik. Teearten, für die Frische wichtig ist und die lagerempfindlich sind, transportieren wir so schnell wie möglich, damit Sie schon Anfang Frühling Tee der neuen Ernte genießen können. Der Tee lagert nicht lange ab. Wir kaufen den Tee in kleinen Mengen, sorgen für einen schnellen Abverkauf und kaufen wieder neu ein.
  • Höchste Aufmerksamkeit gilt der Qualität des Tees. Mit Tee verdienen wir nicht nur unser Geld, er ist auch unser Lieblingsgetränk! Deswegen verkaufen wir nur das, was wir selbst trinken! Regelmäßige Qualitätskontrollen und lückenlose Dokumentation des Tees gemäß der gesetzlichen Bestimmungen der Europäischen Union sind selbstverständlich.

Und weil wir Tee so sehr lieben, liegt uns die Zufriedenheit unserer Kunden ganz besonders am Herzen. Wegen der strengen Regeln können wir mit recht sagen, dass unser Tee von höchster Qualtität ist!

Unser Fazit

Der hauptsächliche Faktor, einen wirklich guten Tee zu wählen, ist das Erkennen von Frische, Natürlichkeit und Qualität. Es mag Ihnen nicht sofort gelingen, doch mit der Zeit und mit jedem Probieren von natürlichen, hochwertigen Tees werden Sie Ihre Fähigkeiten verfeinern. Und weil sich nach äußerlichen Merkmalen die Qualität nicht so leicht festzustellen ist, gilt das Prinzip „getrunken – verstanden“. Ihre Geschmacksnerven werden sich immer weiter verfeinern und womöglich ebenso Ihre Wahrnehmung verschiedener Aspekte Ihres Lebens. Ihr Anspruch an Qualität – vom Essen bis zum Bekanntenkreis – wird gewiss höher.
Und so könnte man sagen, dass Tee der Schlüssel zu einem veränderten Leben sein kann.